Agrarminister Hauk besucht Bio-Betrieb in Ochsenhausen - 12.8.21

Agrarminister Peter Hauk (rechts) lauscht den Hofgutbesitzern Helen und Hans Holland. (Foto: Christina Mikalo)

Von Christina Mikalo

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Klimawandel, Artensterben und Tierschutz sind Themen, die immer mehr Verbraucher und Erzeuger beschäftigen – und damit auch die Politik. Auf seiner Sommertour hat Peter Hauk (CDU), baden-württembergischer Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, am Mittwoch einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht, auf dem seit Jahrzehnten Anstrengungen unternommen werden, die Weichen für eine nachhaltige Bewirtschaftung und Ernährung der Zukunft zu stellen.

Diesen Hof besuchte Hauk

Das Hofgut Holland in Ochsenhausen ist ein Öko-Betrieb und Teil der Bio-Musterregion Biberach. Seit über 30 Jahren arbeitet Familie Holland dort an einer möglichst naturschonenden und regionalen Bewirtschaftung ihres Guts, das unter anderem Schweine und Puten, mehrere Äcker und einen Wald umfasst.

Hauk ließ sich von Helen und Hans Holland herumführen und über die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze informieren. Das Hofgut Holland stellt dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) und dem Landwirtschaftsamt Biberach Flächen für Öko-Versuche zur Verfügung. Unter anderem wird dabei mit dem Anbau von Sorten unter ökologischen Bedingungen experimentiert.

Diese Arten könnten helfen

Auf seinen Äckern zeigte Hans Holland dem Minister, welche Rollen alte Getreidesorten künftig bei der Ernährung spielen könnten. So sei beispielsweise Emmer eine relativ witterungsresistente und anspruchslose Art, die auch auf kärgen Böden gedeihe und kaum künstliche Dünger oder Pflanzenschutzmittel benötige.

Auch auf das Thema Artenschutz kamen die Beteiligten kurz zu sprechen, vor allem vor dem Hintergrund geschützter Arten wie des Rotmilans oder Bibers. Hauk sagte dazu, dass der Artenschutz eine von mehreren Sparten des Umweltschutzes sei, die derzeit noch keine gemeinsame Linie verfolgen.

Er betonte aber, dass er dem Klimaschutz den Vorrang gebe und der Schutz der Arten, gerade, wenn diese nicht mehr akut gefährdet seien, in einigen Punkten „locker lassen“ müsse. Etwa beim Bau von Windrädern. Diese seien ein wichtiger Teil der Energiewende.
Auch der Wald ist betroffen

Hauk ließ sich von Helen Holland auch den Wald des Betriebs zeigen. Dort seien die Folgen des Klimawandels an manchen Stellen extrem sichtbar. Auch seien durch das Eschentriebsterben viele Bäume abgestorben, was auch Auswirkungen auf die Fichten hat. Diese seien durch die fehlenden Eschen leichter dem Unwetter zum Opfer gefallen.

Die Hollands setzen nun auf einen Mix aus Nadel- und Laubbäumen, um die Wälder der Zukunft klimaresistenter zu gestalten. Dies sei auch deshalb wichtig, weil durch die Erwärmung manche Arten wie die Fichte wohl nicht mehr lange angebaut werden können, betonte Helen Holland. Eine mögliche Alternative sei die Douglasie.

Copyright Schwäbische Zeitung plus - Ausgabe Ochsenhausen vom 12.08.2021

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