Klimaschutz muss die Bestandsflotte an Benzin- und Dieselfahrzeugen mitdenken - 9.3.21

Norbert Haug, Ex-Mercedes Sportchef, im digitalen Gespräch mit Thomas Dörflinger

Screenshot: privat

„Neue Mobilität - Boxengasse oder Siegertreppchen?“ unter diesem Motto diskutierte Norbert Haug mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger in einer öffentlichen Digitalveranstaltung über innovative Mobilitätslösungen, Elektromobilität und die Zukunft des Verbrennungsmotors. Als ehemaliger langjähriger Motorsportchef von Mercedes ist Haug ein Kenner der Automobilwirtschaft, berät heute Mittelstandsunternehmen und Start-ups und setzt sich mit Nachdruck für sinnvolle und nachhaltige Umwelt- und Mobilitätslösungen ein.


Thomas Dörflinger, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, machte in seinem Eingangsimpuls deutlich: „Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen und ein Zeichen von Wohlstand und wirtschaftlicher Stärke. Verkehrspolitik darf nicht bevormunden, sie muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Gute und klimafreundliche Mobilitätsformen erhalten wir nur mit einem offenen Blick auf die Verkehrsträger und Antriebsformen, nicht mit ideologischen Scheuklappen. Rad, Bus, Bahn und Auto - alle Verkehrsträger müssen hier mitgedacht und gut miteinander verzahnt werden“.


Der Begriff Nachhaltigkeit durchzog Norbert Haugs Ausführungen wie ein roter Faden. Mobilitätslösungen, so ist Haug überzeugt, müssten von der Realität ausgehen und konsequent zu Ende gedacht werden. Bei allen Elektro-Förderungsmaßnahmen, so sinnvoll sie auch seien, dürfe die Bestandsflotte der Verbrenner in Deutschland und in der Welt nicht vergessen werden. „Viele Diesel- und Benzin-Fahrzeuge haben noch eine lange Lebenszeit vor sich. Neben der Elektro-Batterie muss daher auch die Entwicklung klimaneutraler Treibstoffe für Verbrenner vorangetrieben werden“, so Haug. Betrieben mit synthetischen Kraftstoffen seien diese eine sinnvolle und nachhaltige Chance für wirksamen Klimaschutz.


„Ein zentraler Schlüssel zum Erreichen der Klimaschutzziele ist eine klimafreundliche Mobilität. Die besten Lösungen finden wir nur durch einen offenen Wettbewerb. Neben der Elektromobilität setzen wir auf Wasserstoffantriebe und emissionsarme Verbrennungstechnologien - zunehmend betrieben mit synthetischen Kraftstoffen“, sagte Thomas Dörflinger.


Einig waren sich Haug und Dörflinger, dass das Auto von morgen aus Baden-Württemberg kommen soll. „Beim Verbrenner-Motor sind unsere Hersteller Weltmeister und sie haben Autos und Motoren entwickelt, die noch jahrzehntelange auf der ganzen Welt unterwegs sein werden“, so Haug. Dörflinger ergänzte, dass man hier im Land emissionsarme Lösungen für die weiterhin betriebenen Verbrennerfahrzeugen finden müsse, um eine weltweite CO2-Reduzierung im Mobilitätssektor zu erreichen. Daher soll, so Dörflinger weiter, unser Land nicht nur Marktführer bei der Wasserstofftechnologie werden, einem wichtigen Kraftstoff der Zukunft, sondern auch zum führenden Anbieter der Prozesstechnik für die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe.


„Die Bedeutung der Automobil- und Zuliefererindustrie in Baden-Württemberg für Wohlstand und Arbeitsplätze darf nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wirtschaft und Politik müssen hier an einem Strang ziehen, damit unser Land wieder spitze bei der technologischen Entwicklung wird und damit wesentlich zum Klimaschutz beiträgt“, so Dörflinger. Derzeit stelle China den größten Markt für Diesel- und Benzin-Fahrzeuge, sagte Haug, und zeigte sich erfreut, dass Thomas Dörflinger die Verkehrs-Transformation konstruktiv-kritisch voranbringen will.

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