Hochrheinbahn: Deutsche Bahn zeigt sich selbstkritisch

Unangekündigte Zugausfälle, häufige Verspätungen und oftmals zu kleine Züge: Nachdem der Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU) in einem Schreiben an Bahn-Vorstand Ronald Pofalla abermals die Betriebsqualität auf der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Singen kritisiert hat, räumt die Deutsche Bahn (DB) AG in ihrem Antwortschreiben an den Abgeordneten Missstände auf der Strecke ein.

„Zunächst müssen wir für uns selbstkritisch festhalten, dass in der Tat die Betriebsqualität am Hochrhein in den letzten Monaten von Zugschwächungen und Ausfällen geprägt war“, schreibt Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Baden-Württemberg, an den Abgeordneten. Als Ursachen nennt die Bahn vor allem die Störungsanfälligkeit von Fahrzeugen, die daraus resultierende Überlastung von Werkstätten und Verzögerungen im Zulassungsverfahren für die Baureihe VT 612 durch das Eisenbahnbundesamt.

„Ich anerkenne durchaus, dass die Bahn eine Fehleranalyse betreibt, nur führt diese bislang nicht zu substantiellen Verbesserungen auf der Hochrheinstrecke“, erklärte Dörflinger. „Ich bleibe daher skeptisch, ob die auch dieses Mal in Aussicht gestellten Verbesserungen die Betriebsqualität spürbar anheben“, so der Abgeordnete weiter. In ihrem Antwortschreiben an den CDU-Abgeordneten verweist die Bahn auf den vor wenigen Wochen vorgelegten 10-Punkte-Aktionsplan der DB Regio Baden-Württemberg. Ziel des Aktionsplans sind Verbesserungen im regionalen Schienenverkehr. Dazu beinhaltet der Aktionsplan unter anderem den Aufbau von zusätzlichen Werkstattkapazitäten und eine Reduzierung der Fahrzeugvielfalt, um Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu vereinfachen. „Wir versprechen uns mit dem Aktionsplan auch eine weitere Verbesserung und Stabilisierung am Hochrhein“, schreibt DB-Konzernbevollmächtigter Hantel an Dörflinger.

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