CDU-Abgeordnete lehnen neuen Flughafen-Vorstoß ab

In einer gemeinsamen Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sprechen sich die CDU-Abgeordneten Thomas Dörflinger und Felix Schreiner gegen die von der Flughafen Zürich AG beantragte Teilgenehmigung für das umstrittene Betriebsreglement 2014 (BR 2014) aus. Die Abgeordneten machen damit von der Möglichkeit des Einspruchs Gebrauch und stellen sich an die Seite von Martin Benz, Bürgermeister der Gemeinde Hohentengen. Neben Benz hatte Anfang dieser Woche auch der Waldshuter Landrat Martin Kistler mit seinen Kollegen aus den Landkreisen Konstanz, Lörrach und Schwarzwald-Baar nach Bern geschrieben und den jüngsten Vorstoß der Flughafenbetreiberin kritisiert.

Die Pläne des Flughafens Zürich stoßen bei den Abgeordneten auf heftige Kritik: „Die beantragte Teilgenehmigung hätte insbesondere eine noch höhere Schallbelastung der Gemeinde Hohentengen während der ersten Nachtstunde zur Folge. Die Gemeinde wird tagsüber bereits mit dem Anflugverkehr auf die Piste 14 stark belastet. Nunmehr käme erschwerend noch eine höhere Schallbelastung in der Nacht hinzu“, schreiben Dörflinger und Schreiner in ihrer Stellungnahme. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hatte in ihrer jüngsten Fluglärmberechnung auch die Teilgenehmigung untersucht und festgestellt, dass sich die bislang in der Schweiz verlaufende 43 db-Kontur für Großflugzeuge während der ersten Nachtstunde über den Rhein nach Deutschland verschieben würde. „Zwar trifft es zu, dass die beantragten flugbetrieblichen Änderungen den schweizerischen Luftraum betreffen und somit keine Änderung der 220. Durchführungsverordnung notwendig machen, die Flugverkehrsbelastung auf der deutschen Seite würde dennoch steigen. Das lehnen wir auch weiterhin entschieden ab“, so Dörflinger und Schreiner in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

Die Abgeordneten nutzen ihren Einspruch auch dazu, um abermals der von der Flughafenbetreiberin gemachten Behauptung entgegenzutreten, dass es zur Entflechtung des Ostkonzeptes keine Alternativen gebe. „Von Behörden und Bürgern aus der Region sind Alternativen zu den mit Gesuch vom 25. Oktober 2013 beantragten Flugverfahrensänderungen aufgezeigt worden“, so Dörflinger und Schreiner. Der Flughafen Zürich hingegen habe bisher keinen belastbaren Nachweis dafür erbracht, dass er zur Abwicklung eines sicheren und wirtschaftlichen Anflugverkehrs zwangsläufig in dem bekannten und beantragten Ausmaß auf den deutschen Luftraum angewiesen sei.

Hintergrund: Die Flughafen Zürich AG (FZAG) hat mit Gesuch vom 31. Mai 2017 beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eine Teilgenehmigung für das Betriebsreglement 2014 (BR 2014) beantragt. Neben einer Änderung der Flugrouten im Süd- und Ostkonzept sowie im Bisenkonzept beinhaltet das Gesuch auf Teilgenehmigung als zentrales Element eine Absenkung der Minimumhöhe bei Starts von vierstrahligen Flugzeugen von Piste 32. Beantragt wird eine der Piste 34 vergleichbare Ausnahmeregelung und damit eine Absen-kung der Minimumhöhe von bisher 3.500ft. auf 2.500ft. ü. M. Darüber hinaus ist eine Anpassung der FL80-Regel Gegenstand des Gesuchs, um in der Nacht weniger dicht besiedelte Gebiete zu überfliegen.

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