Phänomenales Konzert im Bürgerhaus in Zell - 12.3.18

Landespolizeiorchester begeistert beim Benefizkonzert mit einer Vielfalt von Klängen

Das Landespolizeiorchester glänzte bei seinem Auftritt in Zell. Foto: Gerhard Rundel

Von Gerhard Rundel

Zell - Ein Konzert der Spitzenklasse hat das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg (LPO) am Samstagabend im Bürgerhaus in Zell unter der Leitung ihres Chefdirigenten Professor Stefan R. Halder gegeben. Mit symphonischer und moderner Blasmusik auf höchstem Niveau begeisterte das 29 Musiker starke Berufsorchester die rund 200 Konzertbesucher. Das Orchester ist musikalischer Botschafter der Polizei und auch deren guter Ton.

Das Landespolizeiorchester trat beim Musikverein Zell-Bechingen auf Bitten des Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger zum Benefizkonzert an. Hintergrund war der große finanzielle Schaden, der dem Verein beim Einsturz des Festzeltes durch Schneemassen am 26. April 2017 entstand und die Existenz gefährdete. "Durch eine große Solidar- und Spendenaktion haben wir die 30 000 Euro, die am Ende vom Schadensereignis am Verein hängen blieben, in zwei Monaten erreicht", sagte Vorsitzender Franz-Michael Ott. "Deshalb wollen wir mit dem heutigen Erlös Gutes tun und den größten Teil für den Bau der Schule für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen "St. Franziskus" in Ingerkingen spenden“.

"Die Nachricht vom Zelteinsturz und Hilferufe haben auch mich schnell erreicht", sagte Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger im Grußwort. "Mir war schnell klar, dem Verein muss geholfen werden, aber wie? Landesmittel gibt es für solche Fälle nicht. Deshalb habe ich beim Landespolizeiorchester für ein Benefizkonzert angefragt. Spontan hat sich das Orchester dazu bereit erklärt. Die Polizei, dein Freund und Helfer ist keine Floskel, das beweist das Polizeiorchester heute Abend", so Dörflinger.

Den Konzertreigen eröffnete das LPO mit der "Schwaben-Ouvertüre" von Patrick Egge. Nach einer sanften Einleitung mit weichem Hörnerklang drang immer wieder das Thema von "Kennt ihr das Land in deutschen Gauen" in unterschiedlichen Variationen und von verschiedenen Instrumenten durch. Klangvolle Posaunen leiteten am Ende zu einem schnellen Teil mit quirligen Holzbläsern und einem majestätischen Tutti über.

Beim "Konzert für Horn in Es Dur, Op. 11" von Richard Strauss, bot der Solist David Torres eine grandiose bläserische Leistung. Mit Gefühl, tonlicher Brillanz und perfekter Spieltechnik setzte er jeden Ton in meisterhafter Manier. Das Orchester unterstützte ihn mit einem klangvollen Bett und präzisen Zwischenspielen. Ebenso glänzte Max Möst bei "Peace" auf seinem Euphonium mit weichem gefühlvollem Spiel. Beim dritten Satz der "Albsinfonie" hat Ralph Bernardy gefällige Musik mit vielen virtuosen Einwürfen im Walzertakt komponiert. Die Volkslieder "Mädle ruck, ruck, ruck" und "Widele, wedele" hat das LPO in diesem tänzerisch, eindrucksvollen Werk glänzend und klangvoll verarbeitet.

"Schwaben-Baden-Marsch“

Im eleganten "Schwaben-Baden-Marsch" sind die ersten vier Takte der Schwabenhymne "Der reichste Fürst" und das "Badner Lied" identisch. Später klingt aber das Lied "Auf der schwäbscha Eisabahna" prägnant durch. Beeindruckend präsentierte das Orchester die Tondichtung "Die Echaz" von Ursprung bis zur Mündung. Zarte Motive symbolisierten die Quelle am Ursprung und plätscherten in musikalischen Schnipseln dahin. Stetig aufregender und gewaltiger werdende Musik beschreiben das Anwachsen des Flüsschens, das sich nach 26 Kilometern im Neckar verliert. Mit "A Tribute to Roger Cicero", und "Bilder-Best of Baden" brachte das LPO weitere Südwestklänge im modernen Pop-Sound beeindruckend zu Gehör.

Ansager Timo Kächele führte humorvoll und mit Hintergrundwissen durchs Programm. Der aus Otterswang bei Bad Schussenried stammende Orchesterchef Stefan Halder leitete nicht nur das LPO sicher, sondern nahm auch immer wieder locker und humorvoll das Publikum mit. Mit dem "Radetzky Marsch" und dem "Biberacher Kreismarsch endete ein großartiger Konzertabend. Das Orchester glänzte durchweg mit hervorragendem Klang, technischer Brillanz und rhythmischer Genauigkeit. Bei den Konzertbesuchern gab es nur eine Meinung - ein absolut musikalisches Blasmusikhighlight. Der Uttenweiler Dirigent Ralf Kriz meinte nach dem Konzert: "Das Konzert war unwahrscheinlich gut, sehr vielseitig und in der Qualität überragend. Es war musikalisch grandios".

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen - 12.3.2018

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