Großer Scheck, große Erwartungen - 26.6.18

Sozialminister Lucha überbringt Förderbescheid für Klinikneubau in Biberach

Die Vertreter des Klinikbetreibers Sana und der Politik freuen sich über die Fördersumme für den Biberacher Klinikneubau: (v. l.) Ärztlicher Direktor Ulrich Mohl, Geschäftsführerin Beate Jörißen, Landrat Heiko Schmid, Sana-Regionalgeschäftsführer Andreas Ruland, OB Norbert Zeidler, Sozialminister Manne Lucha, Kreiskämmerer Ralf Miller sowie die Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) und Petra Krebs (Grüne).  Foto: Gerd Mägerle

Von Gerd Mägerle

Biberach - 62,6 Millionen Euro erhalten die Sana-Kliniken im Landkreis Biberach für den Neubau der Zentralklinik in Biberach als Förderung aus dem Krankenhausstrukturfonds von Land und Bund. Der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha (Grüne) überbrachte den Förderbescheid am Montagmorgen persönlich - nicht ohne neben dem Dank auch Erwartungen zu formulieren.


"Zweiundsechzig Millionen Sechshunderttausend" - für die gewaltige Summe reichten die beiden Zeilen auf dem symbolischen Scheck kaum aus. "Der Klinikneubau in Biberach ist das Projekt, das die höchste Förderung aus dem Krankenhausstrukturfonds in Baden-Württemberg erhält", sagte Lucha. Das Land setze damit ein Zeichen für den Strukturwandel außerhalb der Metropolen. Dieser Wandel sei auch notwendig. "Die Gesundheitsversorgung wird immer komplexer, die Kliniken müssen immer höhere Qualitätsstandards einhalten und die finanziellen Reserven dafür sind endlich", sagte Lucha. Hinzu komme der demografische Wandel, der das Ganze noch verschärfe. "Wir tun den Krankenhausträgern keinen Gefallen, wenn wir sie in den Betrieb geborener Verlustbringer zwingen. Irgendwann geht einem da die Luft aus", begründete der Minister seine Politik, vor allem kleinere Klinikstandorte im Land zu schließen. "Wir sind uns sicher, die gebündelte Kompetenz an einem Standort wird dafür sorgen, dass die Qualität besser wird", so Lucha. Gleichzeitig gehe es aber darum, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. "Das ist das Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen."


Der Landkreis Biberach, so Lucha, habe die Zeichen der Zeit erkannt und sich mit dem Klinikbetreiber Sana auf den Weg gemacht, die medizinische Versorgung für den Bürger neu zu ordnen. "Wir lassen Sie dabei nicht alleine", sagte der Sozialminister.


Gefördert wird mit den 62,6 Millionen Euro nicht nur der Bau der neuen Biberacher Klinik, die mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt ist, sondern auch der Rückbau am Klinikstandort Laupheim. 880 000 Euro der Fördersumme sind dafür vorgesehen. Dort wird das bestehende Gebäude abgerissen und ein Gesundheitszentrum mit einer klinischen Säule errichtet, bestehend aus 30 Betten für die Innere Medizin und 50 Betten für die Geriatrische Rehabilitation.#


"In Riedlingen noch Fragen offen"
"In Biberach sind wir so weit, dass wir loslegen können", sagte Landrat Heiko Schmid mit Blick auf die Grundsteinlegung für die Klinik am 4. Juli. Auch für den Standort Laupheim seien die meisten Antworten bereits gefunden. "In Riedlingen hingegen sind noch mehr Fragen offen, aber das ist ein anderes Thema", so Schmid.


Er sprach von einem langen, steinigen und mühsamen Weg im Ringen um die künftige Klinikversorgung im Landkreis Biberach. "Wir mussten dabei auch manchen Umweg in Kauf nehmen, um neue Strukturen zu schaffen." Noch immer seien nicht alle Antworten gefunden. Dankbar sei er aber über den Zuschuss, so Schmid, "denn wir hatten die Vereinbarung, dass der Landkreis bis zu einer gewissen Summe selbst hätte einspringen müssen, wenn das Geld von Landesseite nicht geflossen wäre".


Beate Jörißen, Geschäftsführerin der Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH, erinnerte an den aufwendigen Planungsprozess für die neue Biberacher Klinik. Der jetzige Zuschuss sei ein wichtiger Meilenstein. "Wir können damit auch über den Landkreis hinaus Maßstäbe in der Gesundheitsversorgung setzen", gab sie sich überzeugt.

Copyright Schwäbische Zeitung - Kreisausgabe Biberach 26.6.2018