Den ländlichen Raum attraktiver gestalten - 25.1.19

Minister Peter Hauk besichtigt ELR-geförderte Projekte in Füramoos

Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger, Minister Peter Hauk und Bürgermeister Guntram Grabherr stehen am Ende ihres Rundgangs durch Füramoos vor dem Gebhard-Müller-Haus - an der Stelle, wo sich früher das alte Rathaus befand. Foto: Katrin Bölster

Von Katrin Bölstler

Füramoos - Die strukturelle Entwicklung ländlich geprägter Gemeinden zu fördern und so dafür zu sorgen, dass die Menschen gerne auf dem Land wohnen - das ist das Ziel des Förderprogramms "Entwicklung Ländlicher Raum" (ELR). Seit 2014 wurden für den Landkreis rund zehn Millionen Euro ELR-Fördermittel bereitgestellt und damit Investitionen von fast 90 Millionen Euro initiiert. Am Donnerstag war Peter Hauk, Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, im Landkreis unterwegs, um selbst zu sehen, wohin diese Fördermittel geflossen sind. Eingeladen zu diesem Besuch hatte der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU).


Nach einem Stopp in Riedlingen ging es am Nachmittag in den Eberhardzeller Teilort Füramoos. Der kleinste Teilort hat nur 603 Einwohner, aber eine gute Infrastruktur. Es gibt einen Kindergarten, eine Turn- und Festhalle, einen Friedhof, einen Spiel- und Sportplatz, eine Feuerwehr, Gewerbe und Landwirtschaft. In Füramoos werden zurzeit gleich drei Projekte realisiert, die finanzielle Unterstützung aus dem ELR-Programm erhalten haben. Eberhardzells Bürgermeister Guntram Grabherr führte die Politiker durch Füramoos, begleitet von mehreren Ortschafts- und Gemeinderäten und Mitarbeitern aus der Verwaltung. Als "Leuchtturmprojekt der innerörtlichen Entwicklung" bezeichnete Grabherr das erste Projekt: den Abriss einer alten Hofstelle mitten im Ort an der Gartenstraße/Ecke Felsenweg. Der Landwirt, dem dieses Gelände gehört, hat sich entschlossen, seinen Betrieb auszusiedeln. Nur das Wohnhaus seiner Familie bleibt bestehen. Die alte Hofstelle mit den Nebengebäuden wurde bereits abgerissen. An dieser Stelle sollen insgesamt neun Wohngebäude entstehen. Wohnraum, wie Grabherr betonte, der dringend benötigt wird. "Wir wollen unsere jungen Leute im Ort halten und dafür sorgen, dass sie sich hier niederlassen können. Dafür braucht es geeigneten Wohnraum", sagte er. Die Gemeinde hat die benötigten Flächen zwischenerworben, um das Projekt voranzutreiben. Parallel dazu wird die Gartenstraße, die bisher zum Teil noch aus einem Kiesweg besteht, komplett erschlossen. Für diese innerörtliche Entwicklung erhält die Gemeinde insgesamt 13 060 Euro aus der ELR-Förderung.

Das Ziel: Gewerbe im Ort halten

Das Autohaus Brugger befindet sich bisher in der Ortsmitte, an einem Standort, der mittlerweile zu klein ist und wo es für die Kunden nicht ausreichend Parkmöglichkeiten gibt. Neu gebaut wird nun am Ortseingang, in direkter Nachbarschaft zu dem neuen Feuerwehrhaus. Der neue Standort ist deutlich größer und leichter zugänglich. Die ELR-Förderung für dieses gewerbliche Projekt beläuft sich auf 200 000 Euro. "Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, dieses Unternehmen im Ort zu halten, die ELR-Förderung hat sicherlich mit dazu beigetragen", sagte Bürgermeister Guntram Grabherr an den Minister gewandt. Das dritte kommunale Projekt: Das alte Rathaus wurde abgerissen, die Verwaltung befindet sich nun im Gebhard-Müller-Haus. Das Gebäude gehört der Kirche, wird jetzt aber auch von der Gemeinde und den Vereinen mit genutzt und hat sich damit zu einem zentralen Treffpunkt im Ort entwickelt. Um diese Entwicklung zu verstetigen, wird die Fläche, auf der sich einst das alte Rathaus befand, in einen Dorfplatz verwandelt. Die Fördersumme beläuft sich auf 48 040 Euro.


Thomas Dörflinger dankte dem Minister für seinen Besuch. Der Rundgang durch den Ort habe gezeigt, dass die ELR-Gelder gut angelegt seien. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen gerne auf dem Land wohnen", stimmte Minister Peter Hauk zu. Es sei kontraproduktiv, wenn immer mehr Menschen nach Stuttgart und Ulm ziehen würden. Es freue ihn zu hören, dass Eberhardzell stetig wachse. Das sei ein Zeichen dafür, dass man momentan die richtigen Weichen für die Zukunft stelle.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 25.1.2019