"Gemeinde wächst weiter und ein Stillstand ist nicht in Sicht" - 9.1.18

Neujahrsempfang im Achstetter Schloss

Beim Neujahrsempfang im Achstetter Schloss: (von links) Altbürgermeister Georg Seif, Philip Graf Reuttner von Weyl, Marianne Gräfin Reuttner von Weyl, Katharina Gräfin Reuttner von Weyl, Pfarrer Stefan Ziellenbach, Bürgermeister Kai Feneberg, Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger, Josef Rief, Mitglied des Bundestages. Foto: Sonja Niederer

Von Sonja Niederer

Achstetten - " Das neue Jahr hat so stürmisch begonnen, wie das alte endete", sagte Philip Graf Reuttner von Weyl bei seiner Begrüßung zum Neujahrsempfang im Achstetter Schloss und gab einen Rückblick auf die vergangenen Monate. Gerade in stürmischen Zeiten seien zur Tradition gewordene Termine wie der Neujahrsempfang umso wichtiger, so Reuttner. Seit rund 47 Jahren gebe es diese Veranstaltung, anfangs mit einer Handvoll Personen. "Mittlerweiler treffen sich hier über 100 ganz unterschiedliche Menschen. Das ist ein Termin, auf den wir stolz sind."

Feneberg: Laupheim soll verstärkt auf Umlandgemeinden schauen

Bürgermeister Kai Feneberg dankte der gräflichen Familie für die Pflege der guten Beziehungen: "Wir verfolgen gemeinsame Ziele." Der Neujahrsempfang sei eine gute Gelegenheit, vor lokaler Prominenz gewisse Dinge anzusprechen. Die OB-Wahl in Laupheim habe er mit Interesse verfolgt, denn Achstetten sei Teil der Verwaltungsgemeinschaft. Sein Wunsch wäre, dass Laupheim den Blick nicht nur auf sich selber, sondern auch verstärkt wieder auf die umliegenden Gemeinden richte.

Die steigende Bevölkerungszahl in Achstetten sehe er positiv, so der Bürgermeister. Viele Neubürger bedeuteten auch mehr Infrastruktur, so könne die Gemeinde derzeit rund 301 Betreuungsplätze in Kindergärten oder Kindertagesstätten anbieten. Der Umbau der Schule mit einem Kostenaufwand von rund fünf Millionen Euro werde in Angriff genommen, und die Neugestaltung der Dorfkerne. "Die Gemeinde wächst weiter und ein Stillstand ist nicht in Sicht", lautete Fenebergs Fazit.
Auch Pfarrer Stefan Ziellenbach dankte der gräflichen Familie für das gute Miteinander: "Hier ist nicht nur die Kirche im Dorf, sondern auch das Schloss." Die Menschen wünschten sich vieles, so Ziellenbach, unter anderem auch den Frieden. Er möchte dazu noch die Einheit fügen. Mit Befremden habe er den "ungeheuren Vorgang" wahrgenommen, dass Politiker die Bischöfe für ihre Weihnachtspredigt gerügt hätten.

Ziellenbach: die Grundwerte der Republik wieder voranstellen

Viele wollten die Gesellschaft spalten, so der Seelsorger. Sie beschwörten die Werte des Abendlandes, grenzten dabei aber Werte wie Mitgefühl gegenüber anderen Menschen, auch fremdländischen, aus. Es sollten die Grundwerte der Republik wieder vorangestellt werden, forderte Ziellenbach. "Wir brauchen den Schulterschluss und die Wertegemeinschaft dringender denn je in diesem Jahr. Der Segen Gottes wurde uns in die Hände gelegt, damit wir etwas daraus machen."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Rief sagte, er hätte nie geglaubt, dass vier von sechs gewählten Parteien nicht interessiert daran seien, Verantwortung zu übernehmen. Aber das sei symptomatisch für die Gesellschaft. Sein Wunsch sei eine Gesellschaft, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich für eine positive Entwicklung einzusetzen. Er rate, bei der Regierungsbildung auch Kompromisse einzugehen, denn ohne Mehrheiten könne man nichts erreichen. In Anlehnung an eine Aussage des ehemaligen US- Präsidenten Barack Obama appellierte Rief: "Helfen Sie mit, die großartigste Gesellschaft, die wir je hatten, weiterzuentwickeln."

Konjunkturell erlebe der Landkreis Biberach eine gute Zeit, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger. "Die Auftragsbücher sind voll und man sollte meinen, es sei alles gut." Aber viele Menschen seien trotzdem unzufrieden, was zeige, dass sich das eigene Wohlbefinden nicht über einen vollen Geldbeutel äußere. Die Leute hätten Angst, etwa auch vor den Flüchtlingen. "Lassen Sie uns aber mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft gehen und die Herausforderungen annehmen."

Copyright Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim - 9.1.2018

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